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STUDIO RAUSCHENBERG „TEMPELHOF“ (EP)
VÖ: 15.März 2019
Label: Modularfield Records
Release: digital, Audio Cassette

Bum Bum Tschak: Die erste Studio Rauschenberg-EP ist da! Das Ergebnis kann sich hören lassen: Hier kommt Wohlfühl-Electronica von einem, der sich mit Soundlandschaften und Studioproduktion auskennt.

Wer ist eigentlich dieses Studio Rauschenberg?

Einmal mehr entsteht für mich der Verdacht, dass die derzeitigen Ein-Mann-Projekte die produktivsten sind. So auch hier: Johannes Russ ist der Mann hinter Studio Rauschenberg. Hervorgegangen ist das Projekt jedoch einst aus einer Kollaboration mit Christian Barden von der Band ELSTER CLUB, dem Vorgängerprojekt der beiden Wahlberliner. In einem Neuköllner Studioraum werden früh die Grundsteine für eine gemeinsame Sache gelegt, nach einer kurzen Anlaufphase und einem tetsampler-Beitrag gehen beide aber getrennte Wege.

Veröffentlichung auf Modularfield Records

Eigenen Aussagen zufolge fand Johannes Russ über sein erweitertes Netzwerk zum Kölner Label Modularfield Records. Dieses veröffentlicht vorwiegend digital und findet in meinen Augen gute Ansätze für ein modernes Independant-Label. Besonders die ansprechenden Cover der Veröffentlichungen wecken schnell Interesse. Da steckt Konzept drin. Eine erweiterte Mitgliedschaft bei Modularfield garantiert unter anderem ein Kassetten-Exemplar von Studio Rauschenberg. Die Auflage wurden übrigens bei Tape Muzik in Leipzig produziert.

Vertrauter, positiver Sound

Gleich mit dem Opener Space Guitar Monkey beweist Johannes Russ das weite Spektrum seines Könnens. Ausgefeilte Sounds, treibender Rhythmus, ausbalanciertes Frequenzspektrum. Hier wird alles geboten, was den anspruchsvollen Hörer glücklich stimmt. Auch Nimble macht einfach Spaß, geht nach vorn und pumpt Bewegungsadrenalin durch die Blutbahn, sodass auch das feierwütige Publikum auf seine Kosten kommt. Es folgt der Titeltrack: Hört man Tempelhof und schließt dabei die Augen, kann man sich am besten einen Sommer-Sonnenaufgang im Zeitraffer vorstellen. Johannes Russ schafft es hier durch Hörerlebnisse Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Dann wird es ruhiger und stilistisch etwas beliebiger: Im Track Snow erzeugen smoothe Synths und jazzige Gitarrensounds Ambient-Session-Charakter. Bells besticht durch Beckenschläge, schrubbelnde Basslines und flirrende Synthies, die perfekt in Szene gesetzt sind, aber man irgendwie schon mal gehört hat. Mit diesem Track endet die EP Tempelhof auffallend unaufgeregt – aber sie kann dennoch überzeugen.

Fazit

Im Gegensatz zu seinem früheren Projekt RAKETENBUS gelingt es Johannes Russ nun, Tracks auf den Punkt zu bringen: Anstatt sechseinhalb sind sie nun höchstens fünf Minuten lang. Die mathematisch korrekt arrangierten Stücke auf der EP machen Tempelhof logischerweise zu einem runden und knackigen Release. Experimente bleiben aber – und das wohl absichtlich – auf der Strecke. Der Einsatz von Field Recordings dient hierbei dem Versuch, einen eigenen Sound zu kreieren. Zwar wird dabei kein neues Genre erfunden, was die Liebhaber tanzbarer und zugleich soundtechnisch ausgefeilter elektronischer Musik nicht stören sollte. Einen musikalischen Ohrenschmaus findet man im ersten Studio Rauschenberg-Release allemal.

Referenzen

Alex Smoke, Boards Of Canada, James Holden, Pantha Du Prince, Pawel

Links

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iTunes
Modularfield Records

//puma